KG Tröter Pötzer Jonge e.V. von 1948

 

Traueransprache des Präsidenten Frank Dohmen in der Leichenhalle des Nordfriedhofs aus Anlass der Beisetzung von Toto Beckers am 07. Mai 2016


Liebe Bärbel, liebe Silke, lieber Daniel, liebe Familie Beckers,

sehr geehrte Trauergemeinde,


in tiefer Trauer und mit großer Betroffenheit begleiten wir heute einen uns besonders ans Herz gewachsenen Menschen auf seinem letzten Weg. Seine Freunde und viele Alsdorfer nannten ihn nur Toto, obwohl sein offizieller Name Josef Beckers lautet.

Toto hatte Eigenschaften in sich vereint, die nur wenige Menschen besitzen. Neben seinem schlagkräftigen, angeborenen Humor besaß Toto eine tiefe Ernsthaftigkeit für Themen, die soziale Probleme beinhalteten und einen gesunden Menschenverstand, wenn er bestimmte Probleme beurteilte. Er hielt nicht hinter dem Berg, wenn die Wahrheit gesagt werden musste.

Toto wurde nicht nur als ein ausgesprochenes Naturtalent im Karneval wahrgenommen; er  konnte auch ganz schön zulangen, wenn er irgendeine Ungerechtigkeit erkannt hatte.

Seine Charaktereigenschaften beinhalteten die gesamte Palette vom angeborenen Humor bis zur politischen Streitkultur. Er hatte sich in Alsdorf viel Respekt verschafft, ob im Beruf bei der Stadt Alsdorf oder im Karneval, seiner eigentlichen Berufung.

Der Name Toto war deshalb nicht nur ein Spitzname, den man manchmal so witzig daher redet, sondern ein mit Respekt versehenes Statussymbol für seine Freunde und für viele Alsdorfer. Und natürlich insbesondere für die Tröter Pötzer Jonge.

Toto hatte seine Bestimmung für das Brauchtum vom Vater geerbt. Bereits mit 11 Jahren, in der Session 1960, wurde der kleine Josef zum Kinderprinzen gekürt. Jahre später, als bereits erfolgreicher Büttenredner, trat er 1979 in die Karnevalsgesellschaft der Tröter Pötzer Jonge ein.

  Schon 2 Jahre danach juckte es dem Vollblutkarnevalisten in den Fingern und er stellte im Jahr 1981 mit seiner Bärbel das Alsdorfer Prinzenpaar. Rasant ging seine beispiellose Karriere bei den Tröter Pötzer Jonge weiter.                                                                  

Nach nur 5 Jahren Mitgliedschaft in der Gesellschaft wurde Toto Präsident und übte dieses Amt bis 2010 mit ständig wachsendem Erfolg so emotional und souverän 26 Jahre lang aus, dass bei seinem Abschiedsauftritt viele Besuchertränen heimlich verdrückt worden sind.

Es war eine Selbstverständlichkeit und große Ehre für uns, ihn danach zum Ehrenpräsidenten unserer Gesellschaft zu ernennen.

Ohne jemand zu vergessen oder unterbewerten zu wollen, kann man mit gutem Gewissen behaupten, dass kein anderer die Tröter Pötzer Jonge so geprägt hat wie Toto Beckers. Er galt sehr bald als Urgestein der Gesellschaft und darüber hinaus des gesamten Alsdorfer Karnevals.

Als Präsident begnügte er sich nicht nur mit dieser karnevalistischen Vorreiterrolle in seiner Gesellschaft, sondern war immer bemüht, noch mehr für seine Gesellschaft zu erreichen. Sein Ziel war das karnevalistische Gesamtbild in Alsdorf zu fördern.

Deshalb stellte er sich auch unter dem damaligen Präsidenten des Festkomitees, Toni Baumanns, für mehrere Jahre als Geschäftsführer dieser Institution zur Verfügung.

Er unterstützte weitere Gesellschaften, was zum Beispiel dazu führte, dass er zum Ehrenmitglied der Prinzengarde Alsdorf  ernannt wurde.

In der Region blieb das Engagement mit dem besonderen Talent von Toto nicht verborgen, so dass ihm folgerichtig die höchsten Karnevalsauszeichnungen  aus der Region, dem VKAG  und vom Bund Deutscher Karneval verliehen wurden.

Während seines langjährigen Engagements für den Karneval in Alsdorf und vor allem für seine Tröter Pötzer Jonge, begleitete ihn wie ein roter Leitfaden sein eigener Wahlspruch, den er als innerlichen Antrieb ansah und der wie folgt lautet:

„Den Menschen Freude geben und sie, wenigstens für ein paar Stunden, die Sorgen des Alltags vergessen lassen, das ist das Schönste, was wir Karnevalisten leisten können.“                                                         


Lieber Toto,

Du wurdest plötzlich und unverhofft aus unserer Mitte gerissen. Ein Schock für die Tröter Pötzer Jonge. Das müssen wir alle noch begreifen und irgendwann akzeptieren.

Diese Lücke zu schließen wird gar nicht oder nur schwer möglich sein. Du hast unsere Gesellschaft in die erste Liga geführt. Du hast die Stadt Alsdorf und besonders unser Quartier Alt-Alsdorf zur karnevalistischen Hochburg in der Region endscheidend mit geformt. Und schließlich hast Du mir das Laufen auf dem glatten Parkett der Präsidentschaft beigebracht.

Wir verneigen uns vor Deinem Lebenswerk als außergewöhnlicher Karnevalist.  Wir danken Dir für 37 Jahre gemeinsame Liebe zum Karneval, freudige Arbeit mit geselligem Beisammensein und tiefer, ehrlicher Freundschaft in unserer stolzen Gesellschaft Tröter Pötzer Jonge.

Da der Karneval mit der ausgewiesenen 5. Jahreszeit zum festen rheinischen Gesellschaftsleben in Alsdorf gehört, stelle ich am Ende Deines Lebens für die Tröter Pötzer Jonge fest: Du hast dich um das Brauchtum unserer Stadt Alsdorf sehr verdient gemacht.


Liebe Trauergemeinde,

es gibt ein wunderbares Sprichwort, das für Toto’s einmaliger Gabe, die wichtigen Dinge im Leben leicht und locker nehmen zu können, heute von ihm zitiert werden könnte:


„Weine nicht weil es vorbei ist, sondern lächle weil es schön war.“


Toto wird in seiner Gesellschaft TPJ und in den Herzen der Alsdorfer immer einen besonderen Platz der Erinnerung einnehmen.




Wir trauern um unseren Ehrenpräsidenten.

 

Ein Urgestein der Tröter Pötzer Jonge hat die Bühne – viel zu früh und viel zu jung – für immer verlassen.

 

26 Jahre lang ist Josef „Toto“ Beckers unser Präsident gewesen. Er hat unsere Alt-Alsdorfer Traditionsgesellschaft geprägt wie kein Zweiter. In seinen Anfangsjahren bei der KG hat er in der Bütt tausende Menschen mit seinem trockenen Humor zum Lachen gebracht. In dieser Zeit, aber auch später, als Präsident, verblüffte Toto immer wieder mit seiner Schlagfertigkeit. Das war sein Markenzeichen. Gemeinsam mit ihm hat unsere Gesellschaft Impulse für den Karneval in unserer Heimatstadt gesetzt.

 

„Den Menschen Freude geben und sie, wenigstens für ein paar Stunden die Sorgen des Alltags vergessen lassen, das ist das Schönste, was wir Karnevalisten leisten können.“ Das ist sein Leitspruch gewesen.

Toto hat Herzblut in das Brauchtum Karneval investiert.

 

Sein Tod zerreißt uns das Herz. Aber, wir sind dankbar für viele Jahre, in denen wir gemeinsam mit ihm unser Brauchtum pflegen durften.

 

Einen Menschen wie Toto vergisst man nicht.

Er wird in unseren Herzen weiterleben.